Kontakt Links Kollegen Rezensionen Leseproben Verlage Publikationen Französisch Spanisch Italienisch Übersetzungen Vita Aktuelles Startseite
Andreas Löhrer   
literarische Übersetzungen    
aktualisiert am 20.2.2018     

Rezensionen

 

Luca Baranelli/ Ernesto Ferrero: Album Calvino

Eine der schönsten Charakterisierungen seiner Prosa stammt aus der Feder der Schriftstellerin Natalia Ginzburg, die in den Vierzigerjahren bei Einaudi Calvinos frühe Texte auf den Tisch bekam. Rückblickend schrieb sie über diese Erzählungen: "Wir fanden sie sehr schön. Man erblickte darin festliche, in ein strahlendes Licht getauchte Landschaften, manchmal ging es um Krieg, Tod oder Blut, doch nichts schien das hohe Tageslicht zu verdunkeln, und nicht ein Schatten fiel je auf diese dichten grünen Wälder, die von Kindern, Tieren und Vögeln bevölkert waren. Sein Stil war von Anfang an geradlinig und klar; später, im Laufe der Jahre, wurde er zum reinen Kristall." Diese lichte Schönheit, die sich inmitten der Übel der Welt keineswegs als Schönfärberei blamiert, ist einzigartig.
Thomas Schmid, Die Welt, 15.10.2013


Maurizio Maggiani: Himmelsmechanik

Eine wilde Lust am Fabulieren hatte Maurizio Maggiani schon zu Beginn der Karriere [...] Auf Deutsch gab es bisher vier Bücher von ihm, die nicht ganz die gebührende Beachtung fanden; nun kommt der Roman "Himmelsmechanik" hinzu, auch diesmal in einer agilen Übersetzung von Andreas Löhrer, wieder ein Erzählungsgewimmel von faszinierendem Überfluss.
Franz Haas, NZZ, 19.6.2012


Salvatore Niffoi: Die barfüßige Witwe

Bei der Übersetzung von Niffois wuchtig volkstümlicher Sprache hat Andreas Löhrer Hervorragendes geleistet: Die sardischen Passagen hat er im Original gelassen und meist in Nebensätzen erklärt, wodurch die archaische Atmosphäre dieses Banditen- und Hirtenthrillers erhalten bleibt.
Franz Haas, NZZ, 28.5.2011


Rosa Sala Rose: Lili Marleen. Die Geschichte eines Liedes von der Liebe und vom Tod

Oder ist hier das Erstaunliche ins Erfundene umgeschlagen, das Tatsächliche ins nur Ersehnte? Gehört diese Volte schon zur Legende? Auch Rosa Sala Rose, die der verwickelten, von Lügen und Legenden, Mysterien und Mystifikationen überwucherten Geschichte dieses wahrlich epochalen Schlagers nun eine brillante Darstellung gewidmet hat, kann darüber keinen endgültigen Aufschluss geben. Selbst in dem ebenso geistreich wie unterhaltsamen - und überdies vorzüglich übersetzten - Buch der spanischen Germanistin bleiben viele Fragen offen.
Manfred Schwarz, Süddeutsche Zeitung, 24.6.2010


Maurizio Maggiani: Reisende in der Nacht

Selten ist eine Kriegstragödie so eindrücklich und zugleich so unmanieriert und ohne jedes Pathos geschildert worden. Es macht insgesamt die Qualität von Maggianis Erzählen aus, dass die poetische Kraft seiner Sprache und der Bilderreichtum seiner Fabeln immer jederzeit durch Nüchternheit und eine so ausdrückliche wie verborgene Ironie grundiert werden, wofür Andreas Löhrer durchgängig eine angemessene deutsche Tonlage findet.
Jochen Schimmang, FAZ, 9.8.2007


Maggianis Roman besticht vor allem durch seine intensive Atmosphäre. Wie auch in früheren Büchern gelingt es dem Schriftsteller, [...] eine besondere Stimmung zu erzeugen.
Dabei geraten Wirklichkeit und surreale Erfahrungen in ein eigentümliches Spannungsverhältnis: Immer wieder weisen die Geschichten über sich hinaus und tauchen die Welt in ein magisches Licht. Abendländische Ratio genügt nicht, um sie zu durchdringen und ihren Zauber einzufangen. Da braucht es andere Fähigkeiten, wie sie die Wüstenvölker noch besitzen.
Ein Rest dieses ursprünglichen Weltempfindens steckt immer noch in der Fähigkeit des Erzählens. Zentral ist für Maggiani das Motiv der Wiederholung: unabhängig von dem Kulturkreis, ob in Afrika oder auf dem Balkan, sind es ruhelose Gestalten, die im Mittelpunkt stehen, Figuren, die universelles menschliches Leid verkörpern und für alle Ewigkeiten unterwegs sind.
Reisende in der Nacht ist eine poetische Inbesitznahme der Fremde.
Maike Albath, Deutschlandradio Kultur, 26.2.2007


Jorge Valdano: Über Fußball

Dies hat der Münchner bombus-Verlag mit dem ganz und gar bescheiden-unpathetisch-sympathisch betitelten Buch "Über Fußball" geschafft - dem ersten Buch von Jorge Valdano in deutscher Übersetzung. Es ist eine Perle in der an Zahl geringen Menge an Büchern, die sich nicht nur mit Namen, Daten, Zahlen und Taktiken beschäftigen, sondern einen geradezu ästhetischen Einblick in eine ganz bestimmte Sicht auf Fußball gewähren.
Auch wenn das Buch zusammengesetzt ist aus diversen Artikeln für Zeitungen und Radio, liest es sich doch wie eine fast schon geschlossene Philosophie - Valdano (und das ist für die deutsche Fassung auch ein Verdienst des Übersetzers Andreas Löhrer) vermag zu formulieren, treffend zu formulieren, zu analysieren, auf den Punkt zu bringen, ironisch zu pointieren und zu beschreiben, wie es sonst in Sachen Fußball-Buch-Literatur schwerlich zu finden ist: Fußball-Philosophie in bester Prosa.
Stefan Erhardt, Redaktion "Der tödliche Pass", 20.6.2006


Die größte Überraschung hält jedoch die Sprache bereit: Valdano [und sein Übersetzer, Andreas Löhrer, dem ein großes Kompliment gebührt] bedient sich einer Poesie und Metaphorik, die stellenweise atemberaubend ist und seine Literatur zu dem macht, was der Fußball immer für ihn war: Einer individuellen Kunstform.
Torsten Woywod, lieblingsbuchhandlung.de, 29.12.2009

 

Sergio Atzeni: Bakunins Sohn

Ergänzt wird der Roman, der 1997 von Gianfranco Cabiddu verfilmt wurde, durch ein Nachwort von Andreas Löhrer, dem Übersetzer dieses Romans. Löhrer gibt darin einen knappen Überblick über das literarische Werk von Atzeni und beleuchtet einzelne Aspekte aus dem vorliegenden Roman.
Der libertäre Verlag Edition Nautilus, der im vergangenen Jahr (2004) mit dem Kurt-Wolff-Preis für sein Verlagsprogramm ausgezeichnet wurde, hat mit diesem Roman wieder einmal ein Stück interessante, moderne Literatur für ein deutschsprachiges Publikum zugänglich gemacht. Sergio Atzeni gehört in Italien zu den wichtigsten modernen Autoren - während er in Deutschland noch weitgehend unbekannt ist.
Maurice Schuhmann, LIBERTARIAN PRESS AGENCY Berlin, 15.1.2005


Gleichwohl besteht ihr Reiz gerade darin, daß Atzeni dies auch auf seine Erzählweise abbildet. Die Äußerungen der Befragten fügen sich zu einer Folge, die keinen roten Faden findet. Rhapsodisch kreisen, wuchern und zirkulieren sie, ausgeliefert an die Egoismen, die Fabulierlust und Phantasmen der Zeugen. Im übrigen: Würde einem anarchistischen Element wie Tullio ein hierarchisches Erzählen überhaupt gerecht? So respektiert es zwar einen Bezugspunkt, aber keinen Mittelpunkt. Es sammelt die Scherben eines zerbrochenen Spiegels. Dennoch ist die Lektüre keineswegs ohne Genuß; auch wurde der Text verfilmt und auf die Bühne gebracht. Er gleicht dem Verzehr einer Artischocke. Blatt um Blatt, Episode um Episode nähert er sich dem Herzen, um schließlich preiszugeben, daß sie keines hat.
Winfried Wehle, FAZ, 18.6.2004,


 

Maurizio Maggiani: Königin ohne Schmuck

Ein besserer Umberto Eco sei Maurizio Maggiani, schrieb die Neue Zürcher Zeitung einmal. So sehr dies stimmt, könnte kaum ein Urteil weniger von Maggianis Romanen verraten. Sicher, auch er verlässt sich auf die Kraft der großen Erzählungen - und wie der im deutschsprachigen Raum vermutlich meistgelesene italienische Autor Eco widmet sich Maggiani historischen Stoffen. Doch mehr Gemeinsamkeiten dürften sich kaum finden lassen. Denn nicht nur verzichtet Maggiani völlig auf das Stilmittel der Ironie, auch gibt es für ihn an den vergangenen Epochen etwas ganz anderes und viel mehr zu retten als für Eco, den großen Apologeten der Postmoderne.
Die in Bergedorf ansässige Edition Nautilus hat nun Maggianis Roman Königin ohne Schmuck herausgegeben, in einer hervorragenden Übersetzung von Andreas Löhrer.
Christiane Müller-Lobeck, Taz, 4.9.2001

Das komplizierte Gewimmel des Hafens wird in eine polyphone Prosa gefasst, in eine flexibel tänzelnde Sprache. Darin ist Maggiani ein seltener Meister im heutigen Italien. Teilweise folgt er darin Italo Calvinos Gebot der Leichtigkeit, mehr noch dem barocken Modernismus von Carlo Emilio Gadda und dessen genialer Beschreibungsmanie.
Franz Haas, NZZ, 27.12.2001

Maggiani hat an ein stillschweigendes Tabu gerührt: daß, im Zweifelsfalle, Literatur, die etwas gelten will, mit ernster oder doch zumindest anspruchsvoller Kunst den Nachweis vom Ernst des Lebens zu erbringen habe. Dem setzt er eine geradezu vormoderne Fabulierlust entgegen. Wer sich darauf einläßt, der wird auf ein Meer von einhundertvierzigtausend Wörtern hinausgezogen. Episch lang und breit, vor und zurück geht die Sprache, unterbricht sich, nimmt sich Zeit, um die Safranherstellung in Genua (mit einschlägigen Methoden des Verschnitts) auszuarbeiten, stellt die Okkupation Italiens 1943 durch die "häßlichen Deutschen" vor Augen und bietet viele, aufmerksame Details, die dennoch eher raunend als realistisch eine Geschichte überschwemmen, die einigermaßen aus der Art schlägt.
Winfried Wehle, FAZ, 5.12.2002

 

Diego Armando Maradona: El Diego. Mein Leben

Maradona hat das Buch natürlich nicht selbst verfaßt. Der Band enthält vielmehr die Niederschrift von Tonbandprotokollen, die die beiden Sportjournalisten Daniel Arcucci und Ernesto Cherquis Bialo nicht ohne Geschick in eine lesbare Form gebracht und dramaturgisch bearbeitet haben.
Jetzt ist die deutsche Übersetzung des Buches erschienen. Sie bewahrt den Plauderton des Originals, mit den an den Leser in vertraulichem Ton gerichteten rhetorischen Fragen ("wißt ihr?"), den Zwischenrufen ("zack, peng, pah") und manchen ordinären Wendungen ("ein Tor reinmachen"). Aber diese umgangssprachlichen Formen und Formeln werden vergleichsweise sparsam verwendet, Arcucci und Cherquis Bialo hatten schon bei ihrer redaktionellen Arbeit am spanischen Original Stilgefühl bewiesen. Die deutsche Übersetzung hält sich daran.
Josef Oehrlein, FAZ, 9.10.2001

 

Madeleine Grawitz: Bakunin. Ein Leben für die Freiheit

Andreas Löhrer, der Übersetzer aus dem Französischen, hat gute Arbeit geleistet und den leicht zu lesenden und locker geschriebenen Text adäquat ins Deutsche übertragen. Mehr noch: Er hat sich bemüht, Zitate nach bereits bestehenden deutschen Übersetzungen oder bei deutschen Quellen nach dem deutschen Original wiederzugeben - auf diese Weise können wir zum Beispiel Wagners Erinnerungen an Bakunin im Originalwortlaut lesen und sind nicht mit einer doppelten Übersetzung konfrontiert. Angesichts Grawitz' weitgehender Vermeidung von Quellennachweisen kann es nur als enorme Leistung bezeichnet werden, die Fundstellen verschiedenster Zitate in deutschen Ausgaben recherchiert zu haben.
Wolfgang Eckhardt, Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung (IWK), Berlin, 36. Jg., Heft 1/2000

Startseite - Aktuelles - Vita - Übersetzungen - Publikationen - Verlage - Leseproben - Rezensionen - Kollegen - Links - Kontakt
Homepage-Sicherheit